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Home > News

Mark Davis und Tak Mak erhalten den Deutschen Immunologie-Preis

15.09.2026

Dt-Immunologiepreis
Die Preisträger Tak Mak (links) und Mark Davis (rechts) mit DGfI-Präsident Hansjörg Schild (Mitte)

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI) vergibt ihre höchste wissenschaftliche Auszeichnung dieses Jahr an Prof. Mark Davis und Prof. Tak Mak. Die beiden Forscher haben die moderne Immunologie grundlegend geprägt und den Weg für zahlreiche neue Immuntherapien geebnet.

Gemeinsame Entdeckung des T-Zell-Rezeptors revolutionierte die Immunologie

Bereits in den 1980er-Jahren gelang es dem US-Amerikaner Mark M. Davis und dem Kanadier Tak Wah Mak, den T-Zell-Rezeptor (TCR) zu identifizieren, dessen molekulare Struktur zu entschlüsseln und ihn zu klonieren. Diese Durchbrüche ereigneten sich zeitgleich und unabhängig voneinander in zwei verschiedenen Ländern. Der T-Zell-Rezeptor ermöglicht es T-Zellen, Krankheitserreger oder entartete Körperzellen gezielt zu erkennen und eine spezifische Immunantwort einzuleiten.

Die Entdeckung gilt als Meilenstein der Immunologie, da sie erstmals die molekulare Grundlage der Antigenspezifität von T-Zellen erklärte und damit den Grundstein für das heutige Verständnis des erworbenen Immunsystems legte. Zum erworbenen Immunsystem zählen neben den T-Zellen auch B-Zellen, die für die Sekretion von Antikörpern verantwortlich sind.

Mark Davis – entwickelte neue biomedizinische Technologien

Als Professor von der Stanford University und Gründungsdirektor des Stanford Institute for Immunity, Transplantation and Infection erhält er die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Beiträge zur Erforschung der T-Zell-Immunologie. Mit seinen grundlegenden Entdeckungen und methodischen Innovationen hat Davis das Verständnis des menschlichen Immunsystems nachhaltig geprägt und neue Wege für die Entwicklung moderner Immuntherapien eröffnet.

Davis erforschte als ein Pionier das humane T-Zell-Rezeptor-Repertoire

Aufbauend auf der TCR-Entdeckung widmete sich Davis der Frage, wie T-Zellen Krankheitserreger erkennen und wie sie auf diese reagieren. Als einer der ersten Wissenschaftler überhaupt untersuchte er systematisch die Vielfalt des menschlichen T-Zell-Rezeptor-Repertoires, das sich aus der Gesamtheit der auf T-Zellen exprimierten Rezeptoren ergibt. Dabei exprimiert eine einzelne T-Zelle einen spezifischen Rezeptor, diesen jedoch in großer Anzahl.

Davis entwickelte unter anderem Peptid-MHC-Tetramer-Technologie mit

Einen weiteren Meilenstein setzte Davis Mitte der 1990er-Jahre mit der von ihm mitentwickelten Peptid-MHC-Tetramer-Technologie: Mit diesen fluoreszenzmarkierten Molekülkomplexen lassen sich antigenspezifische T-Zellen erstmals direkt sichtbar machen, zählen und gezielt isolieren. Das Verfahren gilt bis heute als Goldstandard und wird weltweit in Forschung und Klinik eingesetzt. Davis konnte zudem zeigen, wie außerordentlich empfindlich T-Zellen arbeiten – sie erkennen bereits ein einziges passendes Antigen-Molekül auf der Oberfläche einer anderen Zelle. Darüber hinaus entwickelte er neue Technologien, mit denen sich einzelne T-Zellen und ihre Funktion detailliert analysieren lassen. Diese finden heute auf der ganzen Welt Anwendung und helfen dabei, neue Immuntherapien gegen Krebs, chronische Infektionen und Autoimmunerkrankungen zu entwickeln.

Davis lieferte Erkenntnisse zur Signalentstehung als Einleitung der Immunantwort

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind die strukturellen und biochemischen Grundlagen der T-Zell-Rezeptor-Bindung sowie die molekularen Vorgänge an der Kontaktstelle zwischen T-Zelle und antigenpräsentierender Zelle, der sogenannten immunologischen Synapse. Diese Erkenntnisse erklären, wie aus der Identifizierung eines einzelnen Antigens ein Signal entsteht, das eine gezielte und zugleich streng kontrollierte Immunantwort auslöst.

Pionier der modernen Humanimmunologie

Ein besonderes Anliegen war Davis stets die Erforschung des Immunsystems direkt beim Menschen. Als einer der Wegbereiter der modernen System- und Humanimmunologie setzte er sich dafür ein, immunologische Prozesse nicht nur im Tiermodell, sondern unmittelbar am Menschen zu untersuchen, und entwickelte die dafür nötigen Analysemethoden. In groß angelegten Untersuchungen menschlicher Immunzellen, darunter umfangreiche Zwillingsstudien, konnte Davis zeigen, wie stark der Zustand des menschlichen Immunsystems durch Umwelteinflüsse, zum Beispiel den Kontakt mit Mikroben, geprägt ist. Diese Arbeiten machten zugleich die Unterschiede zwischen tierexperimentellen Modellen und dem menschlichen Immunsystem sichtbar und trugen dazu bei, Forschungsergebnisse gezielter und verlässlicher in die klinische Anwendung zu übertragen.

Forschung mit weltweiter Strahlkraft

Mark M. Davis veröffentlichte bislang mehr als 500 wissenschaftliche Arbeiten, die über 120.000-mal zitiert wurden. Seine Publikationen gehören zu den einflussreichsten der modernen Immunologie und haben insbesondere die T-Zell-Biologie und die Systemimmunologie nachhaltig geprägt.

 

Tak W. Mak erhält Deutschen Immunologie-Preis der DGfI

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) ehrt darüber hinaus Prof. Dr. Tak W. Mak vom Princess Margaret Cancer Centre und der University of Toronto mit dem Deutschen Immunologie-Preis. Der kanadische Immunologe mit chinesischen Wurzeln erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Beiträge zur Erforschung der T-Zell-Biologie und für seine wegweisenden Arbeiten, die das Verständnis des Immunsystems und die Entwicklung moderner Immuntherapien entscheidend vorangebracht haben.

Entdeckung des T-Zell-Rezeptors legte den Grundstein moderner Immuntherapien

Zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen von Tak W. Mak zählt die Entdeckung der Gene, die für den T-Zell-Rezeptor (TCR) kodieren. Insbesondere die Entwicklung moderner T-Zell-basierter Immuntherapien wurde durch die grundlegenden Erkenntnisse über die Funktion von T-Zellen und ihren Rezeptoren entscheidend vorangebracht. Dazu zählen auch CAR-T-Zelltherapien, die mittlerweile zur Behandlung verschiedener Blutkrebserkrankungen eingesetzt werden. Bei diesem individualisierten immuntherapeutischen Verfahren werden patienteneigene T-Zellen entnommen, im Labor mit einem künstlich konstruierten chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet und anschließend per Infusion in den Körper zurückgegeben. Damit können die veränderten T-Zellen die spezifischen Krebszellen gezielt erkennen und zerstören.

Tak Mak – Pionier genetisch veränderter Mausmodelle

Neben seinen Arbeiten zum T-Zell-Rezeptor leistete Tak W. Mak entscheidende Beiträge zum Verständnis der molekularen Signalwege des Immunsystems. Als Pionier der Entwicklung genetisch veränderter Mausmodelle entschlüsselte er zahlreiche Signal- und Kommunikationswege, die für die Aktivierung, Differenzierung und den Stoffwechsel von Immunzellen sowie für deren Überleben oder programmierten Zelltod von zentraler Bedeutung sind. Seine Forschung hat wesentlich dazu beigetragen, die biologischen Grundlagen von Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen besser zu verstehen und neue therapeutische Angriffspunkte zu identifizieren.

Wissenschaftler von internationalem Rang

Tak W. Mak veröffentlichte bislang mehr als 1.000 wissenschaftliche Arbeiten, darunter zahlreiche Beiträge in den renommierten Fachzeitschriften Nature, Science und Cell. Seine Publikationen wurden mehr als 150.000-mal zitiert.

Wegbereiter der modernen Krebsimmunologie

Mit seinen grundlegenden Entdeckungen zur Biologie der T-Zellen und seiner jahrzehntelangen Forschung an den molekularen Mechanismen des Immunsystems hat Tak W. Mak die moderne Immunologie und Immunonkologie nachhaltig geprägt. Die Arbeiten des Forschers am Princess Margaret Cancer Centre und Universitätsprofessors der University of Toronto bilden bis heute die Grundlage zahlreicher Forschungsansätze und innovativer Immuntherapien.

 

Die Preisverleihung fand am 15. September 2026 im Rahmen der DGfI-Jahrestagung in München (TUM) statt.

 

Über den Deutschen Immunologie-Preis

Der Deutsche Immunologie-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI). Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird international ausgeschrieben. Geehrt wird eine weltweit angesehene Persönlichkeit, die mit herausragenden Forschungsleistungen zur Aufklärung immunologischer Grundprinzipien und/oder zur Translation der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung beigetragen hat. Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder der DGfI, die ihre schriftliche Nominierung des Kandidaten oder der Kandidatin bei der DGfI-Geschäftsstelle einreichen. Selbstbewerbungen sind nicht möglich. Die Auswahl trifft das Präsidium der DGfI im Einvernehmen mit dem Beirat.

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Immunologie e. V.                      
Charitéplatz 1                                                           
10117 Berlin
ma**@**fi.org

Pressemitteilung: DtImm2026_Davis,Mak_PM

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