Immunologie für Jedermann

Die Zellen des Immunsystems

Aus  Blutstammzellen im Knochenmark entwickelt sich unser gesamtes blutbildendes System. Solche Stammzellen können sich zu einer ganze Vielfalt an Zelltypen mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen entwickeln.

Unser Immunsystem enthält eine große Vielfalt an weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, die einen Großteil unserer Immunabwehr bestreiten. Diese Zellen können nochmal in drei große Gruppen unterteilt werden: die Granulozyten (Anteil circa 50-70%), die Lymphozyten (Anteil circa 20-40%) und die Monozyten (Anteil circa 1-6%). Leukozyten können sich selbstständig im Körper fortbewegen und haben im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) auch einen Zellkern.

Immunzellen

Die Zellen des Immunsystems

Lymphozyten

Dendritische Zelle; © Manfred Lutz

Die Lymphozyten sind die wichtigste Gruppe unter den Immunzellen. Sie stellen die Grundlage für das erworbene Immunsystem und das immunologische Gedächtnis dar. Jeder Mensch hat ungefähr eine Billion Lymphozyten im Körper die ständig auf der Suche nach Krankheitserregern sind.  

Um diese Zellen zu effektiven Waffen im Kampf gegen Erreger zu machen müssen sie bestimmte Eigenschaften auf ihrer Zelloberfläche besitzen, sogenannte Rezeptoren. Diese erlauben es den Zellen ihre Angriffsziele zu erkennen. Aber jeder Lymphozyt hat nur einen spezifischen Rezeptor auf seiner Zelloberfläche, diesen aber in vielfacher Kopie. Somit kann jede Zelle nur ein spezifisches Antigen erkennen. Um trotzdem möglichst schnell und effektiv Krankheitserreger zu bekämpfen, speichert der Körper alle ein paar Exemplare von schon vorgekommenen Antigenen. Falls nun dieses nochmal auftauchen sollte, werden die Immunzellen mit den passenden Rezeptoren millionenfach hergestellt und können somit den Erreger vernichten.

Zu den Lymphozyten gehören Natürliche Killerzellen, T-Lymphozyten und B-Lymphozyten und ihre weiter spezialisierten Nachfolgerzellen.

B-Lymphozyten reifen im Knochenmark heran und vermitteln die humorale Immunantwort. Sie stellen mit ihren Nachfolgerzellen, den Plasmazellen, Unmengen von Antikörpern her.

T-Lymphozyten reifen im Thymus heran und sind für die zelluläre Immunantwort verantwortlich. Sie greifen Antigene direkt an und vernichten auch eigene Körperzellen die von Viren oder Mutationen betroffen sind. T-Zellen machen ungefähr 70% der Immunzellen aller Lymphozyten aus.

NK Zellen sind in der Lage Tumorzellen oder Virus-befallene Zellen aufzuspüren und abzutöten. Sie gehören zum angeborenen Immunsystem.

Monozyten und Makrophagen gehören zur Gruppe der Fresszellen. Sie sind unersetzlich für die Regulation der Immunantwort und scheiden eine Vielfalt von chemischen Botenstoffen aus um die Stärke der Immunantwort zu regulieren. Monozyten patrouillieren im Blutstrom. Sobald sie in Gewebe auswandern entwickeln sie sich zu Makrophagen.

Dendritische Zellen können sich sowohl aus Monozyten als auch von Vorläuferzellen von T-Zellen bilden. Sie haben eine ganz spezifische Struktur und Form die es ihnen ermöglichst Erreger zu fangen, zu verdauen und Bruchstücke davon wieder auf ihrer Oberfläche für andere Immunzellen zu präsentieren. Sie sind vor allem in Großer Zahl auf Oberflächengewebe, wie z.B. der Haut, oder im Rachen aber auch in den inneren Schleimhäuten zu finden.

Granulozyten machen die größte Gruppe der Leukozyten aus. Sie werden in verschiedene Untergruppen unterteilt, die alle unterschiedliche  Aufgaben wahrnehmen. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle Granulozyten gefüllte Körnchen in ihren Zellen beinhalten. Diese sind gefüllt mit unterschiedlichen Enzymen und bakterien-abtötenden Stoffen. Bei Bedarf geben sie den Inhalt an ihre Umgebung ab und bekämpfen so Krankheitserreger.