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Clara de la Rosa del Val erhält den Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie 2026

15.09.2026

Herbert-Fischer-Preis_
Laudator Thomas Korn mit Preisträgerin Clara de la Rosa del Val und DGfI-Vorstand Hansjörg Schild (v.l.n.r.)

In diesem Jahr erhält Dr. Clara de la Rosa del Val den Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Mit ihrer Grundlagenforschung zu Entzündungsprozessen bei autoimmunen Veränderungen im zentralen Nervensystem konnte sie den mit 1.500 Euro dotierten Preis für sich entscheiden.

 Forscherin zeigt molekulare Mechanismen der T-Zellwanderung bei MS auf

Clara de la Rosa del Val wird von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie für zwei ihrer Forschungsprojekte geehrt. In ihrer ersten Arbeit identifizierte die aus Madrid stammende Forscherin essenzielle Moleküle und chemische Signalstoffe, die dazu führen, dass T-Zellen ins zentrale Nervensystem gelangen. Dort angekommen stoßen diese Immunzellen jene autoimmunen und chronisch-entzündlichen Prozesse an, die zur Entstehung von Multipler Sklerose beitragen. Bei Multipler Sklerose ist das Immunsystem fehlgeleitet und greift die Isolierschicht der Nervenfasern von Gehirn und Rückenmark an. Dies verursacht die typischen Symptome der Autoimmunerkrankung: Seh- und Gangstörungen, Taubheitsgefühle, Kribbeln in den Gliedmaßen und Muskelschwäche.

De la Rosa del Val entwickelte neuen methodischen Ansatz

Um die Einwanderung der T-Zellen bei Entzündungen des zentralen Nervensystems zu untersuchen, entwickelte die 30-jährige Forscherin vom Institut für Klinische Neuroimmunologie der Ludwig-Maximilians-Universität München einen neuen CRISPR-Screening-Ansatz. Dieser ermöglichte erstmals ein genomweites Screening an lebenden Ratten. Das heißt, es konnten alle 20.000 Gene des Tieres in hoher Auflösung untersucht werden. Diese Methodik ermöglichte es de la Rosa del Val, diesen wichtigen Mechanismus der T-Zell-Einwanderung bei der Entstehung von Multipler Sklerose zu entschlüsseln. Ihre Forschungsarbeit wurde 2023 in der international renommierten Fachzeitschrift Nature Neuroscience publiziert.

Der Screening-Ansatz von de la Rosa del Val könnte auch auf verschiedene Immunzelltypen und auch auf andere Krankheitskontexte wie Schlaganfall, Rückenmarksverletzungen und Arteriosklerose übertragbar sein.

Vier initiale Zytokine im entzündeten Zentralnervensystem identifiziert

Die zweite bedeutende Forschungsarbeit von Clara de la Rosa del Val wurde im Jahr 2025 in Nature Neuroscience veröffentlicht. Darin identifizierte sie vier zentrale Botenstoffe – Interferon-γ, TNF, GM-CSF und TGF-β – die darüber entscheiden, welche Funktion die Makrophagen im entzündeten Bereich des zentralen Nervensystems ausüben. Makrophagen sind Immunzellen, die je nach Zustand Entzündungsprozesse fördern oder hemmen können. Sie werden auch als „Fresszellen“ bezeichnet, da sie im Zuge der Abwehr von Krankheitserregern zum Beispiel virusinfizierte Zellen zersetzen.

Clara de la Rosa del Val an weiteren bedeutsamen Forschungsprojekten zu MS beteiligt

De la Rosa del Val hat in weiteren Arbeiten mit anderen Forschenden aufgezeigt, dass die fortwährende Kommunikation zwischen T- und B-Zellen in den kleinen entzündlichen Strukturen die Autoimmunreaktion im Gehirn bzw. Rückenmark von PatientInnen mit MS dauerhaft aufrechterhält. Daneben konnte sie unter anderem zeigen, dass bei MS bereits immunologische Fehlregulationen bestehen können, noch ehe die Erkrankung mit Symptomen in Erscheinung tritt und diagnostiziert wird.

Von der Biochemie zu den Neurowissenschaften

Clara de la Rosa del Val studierte zunächst Biochemie an der Autonomous University in Madrid und der Universität Toronto bevor sie für ihr Masterstudium im Bereich der Neurowissenschaften an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) nach München wechselte. Bereits im Masterstudium begann sie mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit in der Gruppe von Martin Kerschensteiner am Institut für Klinische Neuroimmunologie der LMU München, die sie dann im Rahmen ihrer naturwissenschaftlichen Promotion fortführte.

Die Preisverleihung fand am 15. September 2026 im Rahmen des President’s Symposiums der DGfI-Jahrestagung in München statt.

                            

Über den Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI) vergibt einmal jährlich den Herbert-Fischer-Preis für Neuroimmunologie. Der Preis wird an DoktorandInnen und Junior-PostdoktorandInnen (max. 4 Jahre nach Erhalt der Promotion) für im deutschsprachigen Raum durchgeführte Arbeiten auf dem Gebiet der Neuroimmunologie verliehen. Eigenbewerbungen und Vorschläge durch andere sind möglich.

Der Preis erinnert an den ehemaligen Direktor (1961-1981) des Max-Planck-Institutes für Immunbiologie. Herbert Fischer war ein Pionier auf dem Gebiet der Systemimmunologie. Er erkannte die Bedeutung des zellulären Milieus für die Immunantwort. Sein Interesse galt besonders dem Zusammenspiel zwischen Lymphozyten mit Makrophagen, welches er durch innovative Methoden wie Chemilumineszenz und Mikrokinematographie beleuchtete.

Stifter des Preises ist die Rosa Laura und Hartmut Wekerle Stiftung.

 

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Immunologie e. V.                      
Charitéplatz 1                                                           
10117 Berlin  
ma**@**fi.org

Pressemitteilung: HF2026_de la Rosa del Val,Clara

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