27.09.2016

Hans-Reimer Rodewald erhält den Deutschen Immunologie-Preis der DGfI

© Jutta Jung, DKFZ

Hans-Reimer Rodewald

© Conventus

v.l.: Simone Grätz (Celgene GmbH), Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald, Prof. Dr. Jürgen Wienands (Präsident DGfI)

© Dr. Kay Klapproth und Dr. Katrin Busch

Entschlüsselung von Entwicklungswegen von Zellen des Immunsystems mittels neuer Techniken und unter Einsatz fluoreszierender Farbstoffe

Hamburg, 27. September 2016 – Für seine wegweisenden Arbeiten verleiht die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) den Deutschen Immunologie-Preis 2016 an Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald, Leiter der Abteilung Zelluläre Immunologie am Deutschen Krebs-forschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Der Preis wurde heute im Rahmen der Jahrestagung der DGfI in Hamburg überreicht. 

Mit seinen herausragenden wissenschaftlichen Spitzenleistungen zählt  Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald schon seit vielen Jahren zu den führenden Immunologen weltweit. Im Fokus seiner Forschung steht die Frage, wie sich verschiedene Immunzellen im Körper aus Stammzellen entwickeln, um ein funktionsfähiges Immunsystem zu bilden und zu erhalten. Die Herkunft der vielen unterschiedlichen Immun-Zelltypen bestimmt letztlich Ihre Funktion. "Es fällt schwer, aus der Fülle der kontinuierlichen Pionierarbeiten von Professor Rodewald einzelne Meilensteine hervorzuheben", so Prof. Dr. Jürgen Wienands, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Für besonderes Aufsehen sorgte sicherlich die Entdeckung eines Zellstadiums, aus dem sich die sogenannten Mastzellen entwickeln; eine immer noch rätselhafte Immunzelle, die maßgeblich an vielen allergischen Reaktionen beteiligt ist. Lange hatte die Wissenschaft eine solche Vorläufer-Mastzelle vergeblich gesucht. Ebenso bedeutsam war die Entschlüsselung von Signalnetzwerken, die die Entwicklung von T-Lymphozyten im Thymus steuern. Diese bahnbrechenden Arbeiten führten nicht nur zu einem besseren Verständnis der Hämatopoese, also der Bildung von Blutzellen aus Stammzellen, sondern lieferten auch neue und unerwartete Erkenntnisse über die Entstehung von T-Zell-Leukämien. In seinen jüngsten Projekten ist es  Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald sogar gelungen, die Hämatopoese durch den geschickten Einsatz einschaltbarer fluoreszierender Farbstoffe sichtbar zu machen (siehe Graphik).

Nicht überraschend haben schon jetzt die Entdeckungen von  Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald Eingang in die Lehrbücher der Immunologie gefunden. "Die bahnbrechenden Arbeiten aus dem Rodewald-Labor basieren auf wissenschaftlichem Scharfsinn und experimentell-methodischer Exzellenz, die wegweisend auch für andere Wissenschaftszweige ist", urteilt Jürgen Wienands, und fügt hinzu, dass "mit Hans-Reimer Rodewald ein Vorbild für den wissenschaftlichen Nachwuchs geehrt wird". 

Herr Prof. Dr. Hans-Reimer Rodewald leitet seit 2010 die Abteilung Zelluläre Immunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Er ist stellvertretender Sprecher des Forschungsschwerpunkts Tumorimmunologie und seit 2016 EMBO Mitglied.

Über den Deutschen Immunologie-Preis
Der Deutsche Immunologie-Preis ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI). Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen und ist mit 10.000,- EUR dotiert.

Geehrt wird eine international angesehene Persönlichkeit, die mit herausragenden Forschungsleistungen zur Aufklärung immunologischer Grundprinzipien und/oder zur Translation der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung beigetragen hat. Weitere Informationen zum Deutschen Immunologie-Preis unter www.dgfi.org

Der Deutsche Immunologie-Preis wird durch die großzügige Unterstützung der Celgene GmbH ermöglicht und im zweijährigen Turnus vergeben.

Der Deutsche Immunologie-Preis ist der Nachfolgepreis des Avery-Landsteiner-Preises, den die DGfI von 1973 bis 2014 mit Unterstützung der Behringwerke AG, Marburg bzw. der CSL Behring GmbH verliehen hat.

Über Celgene 
Celgene ist ein globales biopharmazeutisches Unternehmen, das 1986 in New Jersey, USA, gegründet wurde. Celgene erforscht, entwickelt und vertreibt innovative Arzneimittel, hauptsächlich zur Behandlung von Krebserkrankungen und Krankheiten des Immunsystems. In Deutschland ist Celgene seit 2006 durch die Celgene GmbH in München vertreten. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Unternehmens unter www.celgene.com

Über die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI)
Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI), gegründet 1967, vereint führende Naturwissenschaftler und Mediziner, um die Wirkmechanismen der körpereigenen Abwehr zu erforschen. Dadurch werden bedeutende Grundlagen für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten geschaffen. Durch nationale Schulungen (Akademie für Immunologie) und im Austausch mit internationalen Fachgesellschaften fördert die DGfI in besonderem Maße den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs. Auch die Akzeptanz für immunologische Forschung in der breiten Bevölkerung zu erhöhen, ist der DGfI ein wichtiges Anliegen. Mit über 2.300 Mitgliedern ist die DGfI weltweit die viertgrößte nationale Fachgesellschaft für Immunologie. Weitere Informationen finden Sie auf www.dgfi.org.